Dreimal im Finale in Halle

22.02.2010: (mg) - Es geht wieder aufwärts. Die 42. Deutschen Jugend-Hallen-Meisterschaften in Halle/Saale brachten Bremens Leichtathleten nach mageren fünf Jahren mit drei Finalplatzierungen wieder einen Achtungserfolg. So bilanzierte Jens Ellrott, leitender Bremer Landestrainer: "Es wächst eine Generation heran, die uns noch viel Freude bereiten wird."

 Unter die besten Acht in Deutschland liefen Werders männliche und weibliche Jugendstaffeln über 4x200 Meter und Annemarie Pantke vom Bremer LT/TuS Komet Arsten über 400 Meter. Werders Linda Krevert, Yvonne Jungen, Svea Kittner und Tanja Schultze trumpften bereits im Vorlauf in Bestzeit von 1:43,11 Minuten auf. Im Finale wiederholten die vier in 1:43,42 Minuten annähernd ihre Vorlaufleistung und profitierten gleichzeitig von der Aufgabe zwei anderer Staffelmannschaften. So stand am Ende Platz sechs in Deutschland zu Buche.

 In der männlichen Jugend startete mit Dimitri Baitler, Luca Willmann, Max Hentschel und Niclas Aleff ein weiteres Werder-Staffelteam. Gemeldet auf Rang 15 lieferte das Quartett ein tolles Rennen im Vorlauf und verbesserte die Bestzeit um mehr als 1,5 Sekunden auf 1:31,08 Minuten. Die überschwängliche Freude über den Finaleinzug wurde im Endlauf allerdings getrübt, da das Werder-Team aufgrund einer zweifelhaften Fehlstartentscheidung disqualifiziert wurde. „Es ist wirklich traurig, dass unsere Jungs so bestraft wurden. Wir haben das Finale auf Video aufgenommen und konnten klar beweisen, dass es kein Fehlstart war, allerdings hätten die vier Jungs gleich auf der Laufbahn Protest einlegen müssen und die rote Karte nicht akzeptieren dürfen", so Sprinttrainer und Sportwart Andrei Fabrizius zur umstrittenen Szene. "Diese Routine kann niemand von den jungen Sportlern, die zum ersten Mal auf großer nationaler Bühne angetreten sind, erwarten“, so Andrei Fabrizius weiter. „Was trotzdem stehen bleibt ist eine richtig tolle Vorlaufzeit, mit der die Staffel im Finale den vierten Platz erreicht hätte. Das ist Motivation genug für den Sommer und die nächste Hallensaison.“

Nach zwei „Seuchenjahren“, durchzogen von Krankheiten und Verletzungen, gab es für die ehemalige C-Kader Athletin des DLV und Vierte der Deutschen B-Jugendmeisterschaften 2007 über 400 Meter, Annemarie Pantke, einen Neubeginn. Über ihre Paradestrecke erreichte sie in Halle das Finale. Dass dort eine Erkältung nicht mehr als 58,24 Sekunden und Rang acht (Vorlauf 58,00) zuließ, ist zwar ein kleiner Wermutstropfen, aber nichtsdestotrotz sind Spaß und Motivation wieder zurück. „Ich wollte hier unbedingt laufen, auch wenn die Halsschmerzen mich schon im Vorlauf stark behindert haben, aber meine Beine haben sich super angefühlt", äußerte sich die Bremerin nach ihrem Finale.
 
Dienstag lasse ich mir jetzt einen Weisheitszahn ziehen, damit er mich im Sommer nicht ärgert, und eine Woche später beginnt die Vorbereitung auf die Freiluftsaison“, äußerte sich Annemarie Pantke weiter. Und im Sommer will die Psychologiestudentin dann erstmals unter 56 Sekunden laufen und sich für die 4x400-Meter-Staffel des DLV  für die U20-Weltmeisterschaften im kanadischen Moncton empfehlen.

Als einzige Werder-Einzelstarterin ging in Halle Yvonne Jungen über 400 Meter an den Start. Die Sportlerin aus der Trainingsgruppe von Andriy Wornart, die im Sommer hauptsächlich auf der 400-Meter-Hürden-Strecke zu Hause ist, lieferte in der Halle auch über die 400-Meter-Distanz ein gutes Rennen ab und sammelte in 60,91 Sekunden und Rang 23 wichtige nationale Wettkampferfahrung.