Sebastian Bayer holt in Leipzig den Weitsprung-Titel
21.02.2009: (mg) - Die Mission Gold ist eröffnet. Sebastian Bayer vom Bremer Leichtathletik Team/TuS Komet Arsten hat am ersten Tag der 56. Deutschen Hallenmeisterschaften in der Arena Leipzig den Titel im Weitsprung geholt. Der Neu-Bremer setzte in einem spannungsgeladenen Wettkampf 8,13 Meter in die Grube.Zweiter wurde mit 8,01 Metern, erzielt im sechsten und letzten Versuch, der Titelverteidiger Christoph Stolz vom VfL Wolfsburg. Der Konter des Niedersachsen reichte jedoch nicht mehr, da Sebastian Bayer schon im vierten Versuch seine Siegesweite gesprungen war und diese im letzten Durchgang noch einmal auf den Zentimeter genau bestätigte. Dahinter platzierte sich der später verletzt aufgebende Nils Winter vom Team Referenz Leverkusen mit 7,99 Metern, der nach dem Vorkampf noch in Führung gelegen hatte.
Sebastian Bayer aber ließ sich von den wechselnden Platzierungen und Emotionen nicht beeindrucken. Nebenher lief noch der ebenfalls hochklassige Männer-Stabhochsprung, doch Sebastian Bayer war allenfalls „überrascht“. „Das Niveau des Weitsprungs heute war schon Wahnsinn, in den letzten Versuchen haben sich die Ereignisse dann überschlagen“, diktierte der 22-Jährige den Reportern in die Blöcke. Aber der Peking-Fahrer 2008 wusste, was er springen konnte.
Jetzt steht er mit persönlicher Bestleistung, dem dritten Rang in der Weltjahresbestenliste und sogar Platz drei in der ewigen DLV-Hallen-Bestenliste in den Rekordbüchern. „Die momentane Platzierung in der Weltrangliste ist mir aber nicht so wichtig“, meinte der frischgebackene DM-Titelträger, „eher schon Platz drei unter allen bisherigen DLV-Springern.
Sebastian Bayer hat jetzt in zwei Wochen den Start bei der Hallen-Europameisterschaft in Turin vor Augen. Ob er noch Reserven sehe, wurde er gefragt. „Ich nehme mir 8,05 Meter oder etwas darüber hinaus vor. Und natürlich die Finalteilnahme.“ Mit Freundin Carolin Nytra, die am heutigen Sonntag über die 60 Meter Hürden gerne ihre allererste Hallenmedaille überhaupt erlaufen möchte, hat Sebastian Bayer damit ein gemeinsames Ziel in Italien – Endkampf.
Ihre Teamgefährtin Jonna Tilgner steht dagegen in der sächsischen Landeshauptstadt schon im Finale. Im Zeitvorlauf lief sie gestern über 400 Meter 54,41 Sekunden und klar vorne weg. Die Potsdamerin Claudia Hoffmann war im anderen Zeitvorlauf mit 53,52 Sekunden und deutscher Jahresbestleistung etwas schneller, dazwischen schob sich auch noch Esther Cremer vom TV Wattenscheid 01 mit 54,38 Sekunden. Dennoch blickt die Bremer Delegation zuversichtlich auf den heutigen Wettkampftag, denn mit Florence Ekpo-Umoh vom Erfurter LAC ist eine Konkurrentin von Jonna Tilgner ausgefallen. Sie liegt mit Grippe im Bett. Es kann also durchaus sein, dass Bremer Leichtathleten sich morgen Nachmittag mit drei Medaillen auf den Weg zurück in die Hansestadt machen.
