Fabian Netzlaff
Zwei Bronzemedaillen bei Jugend-Hallen-DM
15.02.2015: (mg) - Zwei Bronzemedaillen brachten Sprinter Fabian Netzlaff und Stabhochspringer Philip Kass (beide SV Werder) von den nationalen Jugend-Hallen-Titelkämpfen aus Neubrandenburg mit nach Hause.Als besonders große Überraschung ist die 60-Meter-Medaille von Fabian Netzlaff anzusehen. Der Sprinter, dessen persönliche Bestzeit bisher bei 6,93 Sekunden lag, arbeitete sich in Neubrandenburg mit 6,99 Sekunden im Vorlauf und 6,96 Sekunden im Zwischenlauf ins Finale der besten acht U20-Sprinter. „Das war unser erstes Ziel“, so sein Trainer Andrei Fabrizius. „Dass sich Fabian in Finalrennen immer noch einmal steigern kann, war mir klar. Eine solche Explosion wie heute war allerdings nicht unbedingt zu erwarten, freut mich aber natürlich umso mehr.“ In der Tat sorgte Fabian Netzlaff im Finale für einen Paukenschlag, in 6,86 Sekunden überquerte der Werderaner die Ziellinie.
Ebenso glücklich strahlte der seit dem Meeting in Potsdam frischgebackene Fünf-Meter-Springer Philip Kass. Als U18-Athlet demonstrierte er im Feld der U20-Springer sein ganzes Können und meisterte jeden seiner Versuche hoch konzentriert und selbstbewusst. Zwar reichte es dieses Mal nicht ganz zu einem Fünf-Meter-Sprung, jedoch überwand der Schützling von Trainer Leszek Kass die zweitbeste Höhe seiner Karriere, nämlich 4,90 Meter. Maximilian Knief (SVW) erwischte in Neubrandenburg nicht seinen besten Wettkampf in diesem Jahr. Seine übersprungene Höhe von 4,70 Metern reichte dennoch zu einem sehr guten fünften Rang. „Man merkt schon, wie groß die Erwartungen unserer Athleten mittlerweile geworden sind“, so Trainer Leszek Kass nach dem Wettkampf. „Beide Jungs wissen um ihre Stärke und wollen damit im Konzert der Besten immer vorne dabei sein. Das klappt nicht jedes Mal, dafür ist diese technische Disziplin zu komplex. Auf die Plätze drei und fünf können Philip und Maxi aber sehr stolz sein und optimistisch auf die Sommersaison vorausschauen.“
Einen Podestplatz im Visier hatte auch Werders Stina Seidler. Nach längerer Verletzungspause meldete sich die grün-weiße Stabhochspringerin in dieser Saison mit 4,02 Metern eindrucksvoll in der deutschen U20-Spitze zurück. Nachdem die mit der besten Höhe gemeldete Athletin in Neubrandenburg nach einem „Salto-Nullo“ schnell die Segel streichen musste, schien der Weg zum Titel für Stina Seidler frei zu sein. Dem war dieses Mal allerdings leider nicht so. Trotz großen Kampfes überquerte sie nur 3,80 Meter, womit sie sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen musste. Ihr Blick richtete sich aber schnell nach vorne, denn „im Sommer steht die Weltmeisterschaft in Kolumbien an, und da möchte ich unbedingt dabei sein und am besten eine neue persönliche Bestleistung springen“, so Stina Seidler.
Denkbar knapp an den Medaillen vorbei sprang im Hochsprung der U20 Kerstin Geisweller (SVW). Ihre Höhe von 1,78 Metern hatte in der Endabrechnung auch die Silbermedaillengewinnerin zu Buche stehen, jedoch entschied hier die Anzahl der im Laufe des Wettbewerbs gesammelten Fehlversuche über die Medaillen. So musste sich die junge Werderanerin dieses Mal mit Rang vier begnügen, was jedoch, trotz erster Enttäuschung direkt nach dem Wettkampf, als tolles Ergebnis zu werten ist.
Nachdem die 4x200-Meter-Staffel der weiblichen Jugend U20 des Bremer LT die Qualifikation für die Deutschen Jugendhallenmeisterschaften Mitte Januar in Hannover nach 1:47,94 Minuten nur mit Ach und Krach geschafft hatte, reisten Jay Barry, die noch 15-jährige Karen Rückert (beide BLT/BTS Neustadt), Anneke Köpp und Lea Emde (beide BLT/TuS Komet Arsten) ohne große Ambitionen und als vorletzte der Meldeliste der 39 Staffeln nach Neubrandenburg an. Dort im Jahnsportforum wollte sich das BLT-Quartett dann aber so teuer wie möglich verkaufen, und das taten die vier jungen Damen eindrucksvoll: Nach Vorlaufsieg mit 1:43,37 Minuten und einer Verbesserung um mehr als viereinhalb Sekunden sprang am Ende ein toller 14. Platz heraus. „Es ist unglaublich, was für ein Spirit in den Mädels steckt, wenn es um die Staffel geht. Obwohl mit Lisa Koßmann (BLT/TuS Komet Arsten) eine gesetzte Läuferin verletzungsbedingt gefehlt hat und Jay gesundheitlich angeschlagen war, laufen sie hier so eine tolle Zeit“, war Trainer Jens Ellrott mächtig stolz auf seine Mädels.
Die weiteren Bremer Athletinnen hinterließen bei ihren Debüts auf höchster nationaler Ebene in ihren jeweiligen Disziplinen einen sehr guten Eindruck. Celina Bentrup (SV Werder) warf den Speer in der U20 auf 41,29 Meter und reihte sich damit auf Rang fünf ein. Katharina Rocke und Finja Damaschke (beide SVW) bestätigten auf der 60-Meter-Sprintstrecke in 7,95 sowie 7,98 Sekunden ihre tolle Saisonform. Katharina Rocke hatte dabei das Pech, dass sie zeitgleich mit vier weiteren Athletinnen aufgrund eines Losentscheids den Zwischenlauf verpasste. Zwei weitere Top 20 Platzierungen gelangen Jay Barry und Anneke Köpp (beide BLT) über 200 Meter. 25,35 und 25,86 Sekunden bedeuteten die Ränge zwölf und 18. Und über 60 Meter fehlten Anneke Köpp nach 7,97 Sekunden nur zwei Hundertstelsekunden zum Erreichen des Zwischenlaufs.
Schließlich sprang Paul Bederke vom TuS Huchting im Weitsprung der U20 auf 6,78 Meter und verfehlte bei seiner DM-Premiere den Endkampf nur um elf Zentimeter. Der Huchtinger wurde insgesamt 14.
