Norddeutscher Meister - die 4x200-Meter-Staffel des SV Werder mit v.l.n.r.: Lena Kruse, Ruth Krause, Yvonne Jungen und Svea Kittner
NDM: Fünf Werderaner Treppchenplätze
03.02.2013: (mg) - Fünfmal durften sich Bremer Leichtathleten in der Rudolf-Harbig-Sporthalle in Berlin über einen Aufruf zur Siegerehrung freuen. So oft schafften sie bei den Norddeutschen Meisterschaften in der Bundeshauptstadt den Sprung unter die ersten Drei. Alle fünf Podestplatzierungen gingen an Aktive des SV Werder.Dabei begann es gar nicht gut, insbesondere nicht für Fabian Netzlaff. Das Werder-Talent ging als Favorit über die 60 Meter der U20 in den Startblock. Genau diesen verließ er dann aber zu früh, die Disqualifikation folgte bereits im Vorlauf und beendete abrupt die Titelträume. Nur drei Läufe später über 60 Meter der Frauen erwischte es Podestkandidatin Svea Kittner, die ebenfalls aufgrund eines Fehlstarts bereits als disqualifiziert galt. Erst nach einem Einspruch und Ansicht der eigenen Videobilder wurde die Entscheidung revidiert, und Svea Kittner durfte im Endlauf an den Start gehen. In diesem kam die Grün-Weiße dann nur zögerlich aus dem Startblock, rollte dann das Feld aber bravourös von hinten auf und verpasste im Fotofinish nur knapp das Podest als Viertplatzierte in immer noch sehr guten 7,68 Sekunden. Einen Platz dahinter kam Jana Loock vom Bremer LT/TuS Komet Arsten in 7,77 Sekunden ins Ziel, sie lief dabei bis auf eine Hunderstelsekunde an ihre Saisonbestzeit heran.
Erst mit dem Titelgewinn von Jana Müller-Schmidt fanden die Werderaner zurück in die Erfolgsspur. Die Kugelstoßerin gewann die Frauenkonkurrenz mit einer Weite von 12,53 Metern, obwohl sie unter der Woche noch mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Zum Ende des ersten Wettkampftages lag die Hoffnung dann auf den Staffeln. Die 4x200-Meter-Staffel der Frauen machte den Anfang und sorgte für den zweiten norddeutschen Meistertitel. Svea Kittner, Yvonne Jungen, Ruth Krause und Lena Kruse gelang ein souveräner Start-Ziel-Sieg in 1:43,75 Minuten vor dem alten Rivalen LG Weserbergland (1:45,89), ein Triumph, der im Vorfeld so nicht zu erwarten war. Bei den Männern brachten Christian Narloch, Luca Willmann, Alexander Thyme und Patrick Pajer den Staffelstab mit guten Wechseln sicher und als Zweitplatzierte in 1:29,69 Minuten ins Ziel. Geschlagen wurde das Quartett nur von den favorisierten Berlinern vom SCC, welche in Deutscher Jahresbestzeit von 1:27,21 Minuten siegten. Den Silberrang konnte auch Sven Suhling außerhalb der Halle im Sportforum Hohenschönhausen im Hammerwurf der Männer mit 45,45 Metern erringen.
Am zweiten Wettkampftag standen vor allem die 200 Meter Läufe im Vordergrund. Auf der Hallenrunde gab Svea Kittner ein beeindruckendes Saisondebüt. Sie glänzte bereits im Vorlauf mit persönlicher Bestzeit von 25,04 Sekunden. Diese Zeit bestätigte sie im Endlauf in 25,09 Sekunden und sprintete mit Platz drei zu einem weiteren Podestplatz. Hier kam Jana Look (BLT/TuS Komet Arsten) in 25,29 Sekunden letztlich auf Gesamtrang fünf, die 29-Jährige mußte allerdings auf der wegen der engen Kurvenradien ungünstigen Bahn zwei laufen.
Auch das Bremer LT stellte in Berlin eine 4x200-Meter-Staffel. Laura Mattern, Fenja Dally, Patricia Wulf (alle TuS Komet Arsten) und Jay Barry (BTS Neustadt) liefen in 1:46,67 Minuten in der U20 auf Rang fünf, in der Vorwoche bei den Landesmeisterschaften in Hannover waren sie in 1:45,99 Minuten noch etwas schneller gewesen. Im Einzelrennen über 60 Meter schaffte Jay Barry nach 7,94 Sekunden im Zwischenlauf und Losentscheid bei Zeitgleichheit auch in den Tausendstelsekunden und wurde im Endlauf Achte in 8,08 Sekunden.
